
12 UNSER HERDECKE
DIE HERDECKER BLÄTTER –
HEIMATKUNDE IN
WORT UND BILD
„Klein aber fein”, dieses Lob haben
die Macher und Autoren der Herdecker
Blätter schon oft gehört. Seit
1992 existiert die heimatkundliche
Schriftenreihe
mit dem Untertitel
„Geschichte – Informationen –
Geschichten“. Herausgegeben vom
Herdecker Heimat- und Verkehrsverein
e.V. erscheint das Heft im DIN
A5-Format mittlerweile jährlich Anfang
November mit bis zu 60 Seiten
und vielen Fotos. Die einzelnen Hefte
gibt es in der Geschäftsstelle des
Herdecker Heimat- und Verkehrsvereins
im Rathaus, in der Heimatstube
und in der Buchhandlung
Herdecke. Die Hefte kosten zwischen
1,00 Euro und 3,50 Euro.
KULTURGUT AUF
KLEINSTEM RAUM:
HERDECKER HEIMATSTUBE
Auf nur fünfzig Quadratmetern befinden
sich Erinnerungen aus längst vergangenen
Zeiten, die viele nur noch aus Erzählungen
kennen. Die Heimatstube feierte im Mai
2013 ihren zwanzigsten Geburtstag. Werkzeuge,
Siegel, Urkunden der Stadt – alles
in der Heimatstube befindliche haben die
Bürgerinnen und Bürger Herdeckes zur
Verfügung gestellt oder stammten aus
dem Besitz von Brunhilde Conjaerts. Sie
war es, die den Stein für die Gründung
des kleinen Museums ins Rollen brachte.
Die Ausstellung umfasst mehrere und
wechselnde Themenschwerpunkte.
Der
Eintritt ist frei.
Weitere Informationen gibt es bei Brunhilde
Conjaerts (Telefon: 02330 70677)
oder der Geschäftsführerin des Herdecker
Heimat- und Verkehrsvereins, Silke Schmidt,
Telefon: 02330 611207.
Heimatstube
Uferstraße 13
Öffnungszeiten:
Donnerstag 10.00 –11.00 Uhr
Sonntag 11.00 –12.00 Uhr
TYPISCH HERDECKE
Der Viadukt
Die Eisenbahnbrücke, die Herdecke und
Hagen verbindet, wurde von der damaligen
Rheinischen Eisenbahn zwischen 1877 und
1878 erbaut. Eingeweiht wurde der Viadukt
am 15. Mai 1879 als eine der letzten Strecken
der Rheinischen Eisenbahn, die zum
1. Januar 1880 verstaatlicht wurde und in
der Preußischen Staatsbahn aufging.
Der Ruhrviadukt galt zu seiner Zeit als besondere
technische Meisterleistung. Mit 313
Metern Länge und zwölf halbkreisförmigen
Bögen von je 20 Metern Spannweite überspannt
er das Tal und gehörte damit zu der
sehr schwierigen und kostspieligen Trassenführung
der Rheinischen Eisenbahn von
Düsseldorf über Hagen nach Dortmund.
Das benutzte Bruchsteinmaterial fand man
in reichlicher Menge in der Nähe der Baustelle.
Allein 24.400 Kubikmeter Mauerwerk
wurden verbaut.
Als am 17. Mai 1943 die Möhnetal-Sperrmauer
von englischen Bomben zerstört wurde,
ergoss sich eine Flutwelle in das Ruhrtal.
Dabei wurde ein Pfeiler des Viadukts unterspült,
der zwei Brückenbögen mit in die
Tiefe riss. Die Brücke wurde wieder instand
gesetzt, aber gegen Ende des Krieges von
einer Sprengung der Wehrmacht abermals
stark beschädigt. Davon ist heute allerdings
nichts mehr zu sehen. So wirkt das Bauwerk
auch heute noch imposant und nötigt dem
Menschen den gehörigen Respekt vor der
Ingenieurleistung seiner Konstrukteure ab.
Der Viadukt wird heute von der Volmetalbahn
auf der Linie von Dortmund nach
Lüdenscheid befahren.