
UNSER HERDECKE 19
de hieß. Daher dürfte sich auch die Bezeichnung
des Hauses ableiten. Die Herren
von Mallinckrodt, sie trugen übrigens früher
den Namen von Mesekenwerke,
stammten ursprünglich von der Burg
Volmarstein und gehörten der dortigen
Burgmannschaft an. Das älteste Haus Mallinckrodt
war vermutlich aus Holz und
Fachwerk errichtet worden. In den folgenden
zwei Jahrhunderten aber erfolgten
verschiedene Um- und Erweiterungsbauten.
Im Jahre 1619 vernichtete eine Feuersbrunst
das gesamte Anwesen. Ein Jahr
später aber begannen die Besitzer bereits
mit dem Neubau, ein einfacher Bau, der
noch heute an der Südseite des Burghofes
steht. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts diente
das Haus Mallinckrodt als ständiger Wohnsitz.
Sein heutiges Aussehen erhielt die
Burg übrigens erst zu Beginn des letzten
Jahrhunderts.
HAUS ENDE
Im Norden des Herdecker Stadtgebietes
liegt verwunschen in einem weitläufigen
Park das Haus „Ende“ im Ortsteil Ostende.
Das Haupthaus, ein repräsentatives Gebäude,
wurde von Kommerzienrat und Generaldirektor
der Harpener Bergbau AG Robert
Müser als Bauherr in Auftrag gegeben.
Mit dem Bau des Hauses und dessen Nebengebäude
in den Jahren 1912/13 entstand
auch ein circa acht Hektar großer Park. Das
Anwesen wird in der Denkmalliste der
Stadt Herdecke als „höchst eigenwillige
Synthese aus amerikanischem Landsitz und
französischem Schlossbau des Barocks
mit mannigfachem Jugendstil“ geschildert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das
Haus zunächst als Heim für ledige Mütter,
später als Erholungsheim. Seit 1982 entstand
hier unter Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt
eine Schule für Zivildienstleistende.
Heute ist das Bildungszentrum des
Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche
Aufgaben dort beheimatet.
HAUS SCHEDE
Weiter geht die Reise zum Haus Schede
nahe der Stadtgrenze zu Wetter. Inmitten
ausgedehnter Wälder und Ländereien
blickt das Haus auf eine über 1000-jährige
Geschichte zurück. Teilbereiche des bäuerlichen
Ahnenerbes deuten auf Erweiterungsbauten
aus dem frühen Mittelalter
hin. Erst im späten 17. Jahrhundert entstand
die heutige Gestalt. Hoch über der Ruhr
auf einem zum Gut Schede gehörenden
Bergsporn liegt einer der bedeutendsten
Industriepioniere des Ruhrgebietes, wenn
nicht gar ganz Deutschlands, begraben:
Friedrich Harkort. Entstanden ist die architektonisch
sehr aufwändig gestaltete Erbgruft
um die Jahre 1860/70. Noch heute befinden
sich Haus und Gut im Besitz der
Familie Harkort.
HAUS KALLENBERG
Nächste Station ist Haus Kallenberg am
westlichen Abhang des Kallenberges oberhalb
des Ender Mühlenberges. Dort erbaute
Haus Kallenberg
die Familie Vaerst einst ihren Wohnsitz.
In einem Erbteilungsvertrag wird das Haus
bereits 1362 erstmals erwähnt. Die Herren
von Vaerst besaßen einst gar grundherrschaftliche
Rechte in Ende. Außerdem hatten
sie das Kirchenpatronat für Kirchende
inne. Abbildungen, die das ehemalige Aussehen
des Rittersitzes verdeutlichen könnten,
existieren nicht mehr. Eine Flurkarte
aus dem Jahr 1765 aber zeigt zwei nebeneinander
stehende Gebäude von ihrer Giebelseite
und einen prächtigen Turm. Daraus
ist zu schließen, dass der frühere Gebäudekomplex
schon sehr umfangeich gewesen
sein dürfte. Das einzig noch erhaltene
Gebäude ist das ehemalige Herrenhaus,
das heute als Wohnsitz für einen landwirtschaftlichen
Betrieb dient. Seinen Baubeginn
schätzen Forscher um das Jahr 1700.
Ein Großbrand am 1. Mai 1978 vernichtete
ein wohl weitaus älteres Gebäude. Es wurde
nie wieder aufgebaut.
Haus Ende Gut Schede