
UNSER HERDECKE 17
DIE BRUNNEN
Brunnen dienten in der Vergangenheit zur
Wassergewinnung und sind auch heute
noch in einigen Teilen der Welt lebensnotwendig.
Aber auch in Deutschland waren
Brunnen als Ort der Wasserversorgung –
vor der Einführung von Trinkwasser – Treffpunkt
für die Menschen, insbesondere für
die Wäscherinnen. Heute gelten Brunnen
hier zu Lande als Sehenswürdigkeit und
stehen oftmals unter Denkmalschutz.
In Herdeckes Stadtbild gibt es eine Menge
Brunnen zu entdecken. Diese dienten zwar
ganz überwiegend nicht zur Wasserversorgung
der Bevölkerung, sehenswert sind sie
aber allemal.
Der vielleicht bekannteste Herdecker Brunnen
ist der Sackträgerbrunnen. Er steht direkt
neben dem historischen Fachwerkhaus
an der Hauptstraße, gegenüber dem Mühlencenter,
und erinnert an das Be- und Entladen
der Getreidewagen zu Zeiten des
Herdecker Kornmarktes. Ab 1825 waren bedienstete
Ablader tätig, die an ihrem blauen
Kittel ein kleines rundes Metallschild mit der
Aufschrift „Herdecker Sackträger“ trugen.
Der Viehmarktbrunnen, durch seine Lage
in der oberen Fußgängerzone nicht minder
bekannt, wurde 1987 errichtet. Wurde der
Kornmarkt 1875 endgültig eingestellt, so
konnte sich der Viehmarkt in Herdecke bis
zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
halten. In der unmittelbaren Umgebung
des Brunnens fand der Viehmarkt, bis zu
seiner Verlegung ins Unterdorf, statt.
Frederuna, so hieß die Gründerin des Herdecker
Stifts. Ihr und der ersten Äbtissin zu
Ehren wurde 1927 der Frederunabrunnen
errichtet. In Sandstein gemeißelt halten die
beiden in der Fußgängerzone – am Abgang
zur Uferstraße – ein stummes Zwiegespräch.
In völlig anderer Optik kommt der Stelenbrunnen,
der dritte Brunnen in der Fußgängerzone,
daher. Direkt zwischen dem Aufgang
zur Stiftskirche und dem Abgang zur
Bachstraße steht das Werk des Dortmunder
Bildhauers Reinhold Kostrzewa.
Der mit Abstand neueste Herdecker Brunnen
steht auf dem Dorfplatz im Stadtteil
Ende. Im Jahre 2009 wurde ein drei Tonnen
schwerer Diabas-Quader, kunstvoll verziert
mit einem Wellenmuster durch den Steinbildhauer
Timothy Vincent sowie eine neun
Tonnen schwere Sandsteinsäule aufgestellt.
Die beiden ortsbildprägenden Steinmonumente
stehen seitdem in dem Brunnenbecken,
das besonders bei Kindern an heißen
Sommertagen beliebt ist.
Herdecke hat noch einige Brunnen mehr
zu bieten, so dass hier nur eine Auswahl
exemplarisch beschrieben ist. Wer mehr
erfahren möchte: der Herdecker Heimat-
und Verkehrsverein e.V. bietet auch Führungen
an.